Das tertiäre Bildungswesen in Niederösterreich

 

Die Spitze der Bildungspyramide - der tertiäre Bildungssektor - befindet sich im Umbruch. Dazu bedarf es einer Konzeption für das Fachhochschul- und Universitätswesen, die derzeit in Form eines Hochschulentwicklungsplanes (HEP-NÖ) von der NÖ Bildungsgesellschaft m.b.H. für Fachhochschul- und Universitätswesen vorbereitet wird.

Fachhochschulwesen

Das FH-Bildungsangebot in Niederösterreich umfasst im Studienjahr 2004/05 sieben technische, sechs wirtschaftliche und je einen Fachhochschul-Studiengang im Bereich Tourismus, Gesundheitswesen und Sozialarbeit. In NÖ sind 3 Fachhochschul-Standorte (Wr. Neustadt, Krems, St. Pölten). Alle 3 Trägerorganisationen führen den Status „Fachhochschule“. Derzeit studieren in Wiener Neustadt (inklusive Filialen Wieselburg und Tulln) 1.976, in Krems 1.028 und in St. Pölten 876 FH-StudentInnen, somit in Niederösterreich ca. 3.880.  

Entsprechend dem europäischen Hochschulraum wurde mit der Novelle des FH-Studiengesetzes, die im Mai 2002 in Kraft getreten ist, das neue dreistufige Studiensystem (Bachelor, Master und Doktor) auch im Fachhochschulbereich ermöglicht. Österreichweit werden diese seit dem Studienjahr 2003/04 erstmals angeboten. In Niederösterreich wurden sechs Anträge zur Umwandlung von Diplomstudiengängen in Bakkalaureats/Magister-Studiengänge beim Fachhochschulrat zur Genehmigung eingereicht. Die Umstellung erfolgt nun im Studienjahr 2004/05.

Universitätswesen

An der Donau-Universität Krems sind derzeit mehr als 2.800 Studierende aus 40 Ländern in über 100 Universitätslehrgängen eingeschrieben.

Das Bundesgesetz über die Universität für Weiterbildung Krems (DUK-Gesetz 2004) und die Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG zwischen dem Bund und dem Land Niederösterreich über den Ausbau des Universitätszentrums für Weiterbildung (Donau-Universität Krems) wurden Mitte Februar im Wissenschaftsausschuss verabschiedet und an den Nationalrat weitergeleitet. In der Nationalratssitzung am 25. Februar 2004 wurden beide behandelt und einstimmig von allen im Nationalrat vertretenen Parteien beschlossen. Das DUK-Gesetz ist mit 1. April 2004 in Kraft getreten. Die Artikel 15a Vereinbarung über den Ausbau des Universitätszentrums für Weiterbildung (Donau-Universität Krems) wurde am 3. Juni 2004 im NÖ Landtag ebenfalls einstimmig angenommen. 

Die Implementierungsphase des DUK-Gesetzes soll bis 1. Juli 2005 abgeschlossen sein. In diesem Zeitraum werden die Leitungsorgane Universitätsrat, Rektorat und Senat geschaffen. Für die Implementierung der neuen Organisation kommt dem Gründungskonvent eine bedeutende Rolle zu.

 

Landesentwicklungskonzept

Das NÖ Landesentwicklungskonzept ist ein Grundsatzdokument mit strategischer Steuerungs- und Koordinierungsfunktion auf oberster Ebene. Es gibt Auskunft über die Grundzüge der anzustrebenden räumlichen Ordnung sowie über die Prinzipien der Ziele zur Landesentwicklung.

 

Das seit Mitte 2003 in Ausarbeitung befindliche neue NÖ Landesentwicklungskonzept

besteht aus 19 Sektorenkonzepten, eines davon für den Bereich Bildung und Wissenschaft.

Der tertiäre Bildungsbereich (Fachhochschulen, Donau-Universität Krems) ist auszubauen

und zu konsolidieren. Dabei soll auf der einen Seite eine Anbindung an regionalwirtschaftliche 

Strukturen und Entwicklungspotentiale Wert gelegt und auf der anderen Seite

eine Standortkoppelung in ausgesuchten zentralen Orten erreicht werden.

Die Universität für Weiterbildung Krems (Donau-Universität Krems) ist im Rahmen des Campus Krems weiter auszubauen und am Standort gemeinsam mit dem Fachhochschulwesen zu positionieren. Durch diese Konzentration vor Ort werden bildungspolitische und infrastrukturelle Synergien erreicht.